Der regionale Charakter der zirkulären Bioökonomie
Zirkuläre Bioökonomien zielen darauf ab, biogene Ressourcen effizient zu nutzen, z.B. durch die Verwertung von Restbiomasse. Die Verfügbarkeit von Restbiomasse ist regional unterschiedlich und ihre Nutzung ist regional begrenzt. Dementsprechend müssen die Regionen mit unterschiedlichen Rohstoffen umgehen. Daher ist das Wissen über die Verfügbarkeit von Restbiomasse für die regionale Bioökonomieplanung unerlässlich.
In diesem Beitrag stellen wir einen neuen Ansatz zur Quantifizierung von Restbiomasse vor. Er ist umfassend in Bezug auf Herkunftssektoren und Reststoffkategorien, auf regionaler Ebene anwendbar und basiert auf offen verfügbaren statistischen Daten. Wir wenden diesen Ansatz an, um die besonderen Merkmale von Stadtregionen zu untersuchen, indem wir eine deutsche Fallstudie einer Stadt, einer Metropolregion und der nationalen Ebene vorstellen. Wir berechnen massenbasierte Potenziale, räumliche Dichten und die zeitliche Entwicklung.
Unsere Ergebnisse zeigen beispielhaft, dass Metropolregionen als Restbiomasselieferanten dem nationalen Durchschnitt ähneln, während Städte deutlich andere Merkmale aufweisen. In den Städten wurde festgestellt, dass Industrie und Handel der dominierende Quellensektor mit einer extrem hohen räumlichen Dichte von nicht-vegetationsbezogenen Reststoffen sind.
TU Darmstadt | Stoffstrommanagement und Ressourcenwirtschaft

Almut Güldemund
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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